Flughafen Tegel

Ein Potential für Industrie und Landschaft



Entwicklung der planerischen Konzeption

Mit Inbetriebnahme des Flughafens Berlin-Brandenburg (BER) wird der Flughafen Tegel spätestens nach Ablauf von 6 Monaten geschlossen. Es ist vorrangiges Ziel, diese rund 460 ha große Fläche als Zukunftsraum zu begreifen und in den städtischen Gesamtzusammenhang zu integrieren. Der Standort Flughafen Tegel im Bezirk Reinickendorf liegt nahe zur City-West und ist über die Autobahn gut angeschlossen. Im Nordwesten schließt sich ein großer Landschaft- und Erholungsraum an.


Flughafen Tegel

Das durch ein mehrjähriges Werkstattverfahren in Verbindung mit öffentlichen Standortkonferenzen entwickelte Planungsziel stellt eine Balance zwischen Bauflächen, Freiraum und Vorhaltefläche dar. Für eine zeitlich nachfolgende räumliche Entwicklung des Gebietes bieten die vorhandenen Stadtstrukturen im Nordosten und Süden die Chance, das Flughafengelände mit dem angrenzenden Stadtraum zu verknüpfen. Aufgrund der gesamtstädtischen Bedeutung des Areals und des für Berlin einmaligen Flächenpotentials verbunden mit der Lagegunst soll daher ein rund 200 ha großer Forschungs- und Industriepark ”Zukunftstechnologie” entstehen.

Dabei soll entsprechend des hierfür entwickelten Strukturkonzeptes zunächst der fast vollständig versiegelte Bereich um das Terminal als Nukleus des Entwicklungsprozesses für eine Nachnutzung vorbereitet werden, während die bisher weitgehend unbebauten bzw. unversiegelten Flächen im Bereich der Start- und Landebahn eine strategische Reserve darstellen.

Mit der Sicherung einer rund 200 ha großen Grünfläche "Feld, Flur, Wiese" wird das Berliner Freiraumsystem erweitert. Die regional bedeutsame Wald- und Erholungslandschaft um Spandauer und Tegeler Forst, Tegeler See und Jungfernheide wird mit der Berliner Innenstadt räumlich vernetzt. Vorrangiges Ziel ist der Erhalt des Charakters einer offenen, weiten Landschaft.

Für die Flächeninanspruchnahme ist ein stufenweises Vorgehen beabsichtigt. Die geplanten Bauflächenpotentiale können bis zu ihrer Inanspruchnahme Teil des Landschaftsraumes bleiben, in dem "Natur auf Zeit" zugelassen werden kann oder der für temporäre Nutzung zur Verfügung steht.

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Bauleitplanung - Flächennutzungsplan und Bebauungspläne -

Um die rechtlichen Voraussetzungen für eine Nachnutzung des Flughafengeländes zu erreichen, wurde zunächst das Verfahren zur Änderung der vorbereitenden Bauleitplanung, also des Flächennutzungsplanes (FNP) durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt durchgeführt. Anstelle der Verkehrsfläche "Flughafen" für das Gesamtareal wird nun ein großer Bereich als Sonderbaufläche mit gewerblichem Charakter mit der Zweckbestimmung "Forschungs- und Industriepark Zukunftstechnologie" dargestellt. Diese Darstellung umfasst den gesamten südlichen Teil (Terminalgebäude, Flughafenvorfeld etc.) und darüber hinaus einige Flächen, die bis zur nördlichen Start- und Landebahn reichen.
Die am Kurt-Schumacher-Damm gelegene Wohnsiedlung Cité Pasteur ist als gemischte Baufläche M2 in generalisierter Ausdehnung dargestellt, wodurch der Bestand der ehemaligen Alliiertenwohnsiedlung gesichert wird und auch gewerblich orientierte Nutzungen entwickelbar sind. Ebenso sind eine Fläche am Kurt-Schumacher-Platz sowie eine Fläche südlich der Cité Guynémer für gemischte Bauflächen vorgesehen. In diese Bereiche kann sich zukünftig die Siedlungsfläche Reinickendorfs erweitern.
Zwischen den Baubereichen erstreckt sich die Darstellung einer ca. 200 ha großen Grünfläche mit der Zweckbestimmung "Feld, Flur, Wiese".

Nach Durchlaufen aller Verfahrensschritte wie auch der Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligungen wurde die Änderung des FNP am 9.6.2011 durch das Abgeordnetenhaus beschlossen und durch Bekanntmachung im Amtsblatt am 30.9.2011 wirksam. Für weitere Informationen zur FNP-Änderung klicken Sie hier.

Aufgrund der außergewöhnlichen stadtpolitischen Bedeutung des Flughafenareals Tegel für die Stadt Berlin wird auch die verbindliche Bauleitplanung, also nachfolgende Bebauungspläne durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt durchgeführt.

Für den südlichen Teil des Flughafengeländes hat die Senatsverwaltung mit Aufstellungsbeschluss vom 8.12.2011 den Bebauungsplan 12-50 ins Verfahren gebracht. Dieser soll die Vorgaben des FNP konkretisieren und so die Schaffung und Erschließung von Gewerbeflächen und damit die Ansiedlung von Zukunftstechnologien am Standort Tegel auf der planungsrechtlichen Ebene ermöglichen. Im Zentrum steht dabei die Nachnutzung des Terminalareals, das als Sondergebiet "Forschung und Technologie" die Anschubwirkung für die Etablierung der gewünschten Spitzentechnologien geben soll. Der angestrebte Campuscharakter des Sondergebiets kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass hier die Ansiedlung von Hochschuleinrichtungen ermöglicht wird.
Der Bebauungsplan 12-50 wurde den Bürgern und Bürgerinnen vom 9.1.12 bis 9.2.12 in der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteilung vorgestellt. Parallel erfolgte auch die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange.Den Entwurf zum Bebauungsplan 12-50 können Sie sich hier anschauen.
Zur Weiterführung der Planung sind anschließend detaillierte Gutachten beauftragt worden und die Erarbeitung eines Masterplans wurde durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung begonnen. Das Bezirksamt Reinickendorf ist im gesamten Planungsprozess eingebunden.

Erste Ergebnisse zum Masterplan wurden auf der 6. Standortkonferenz am 29.8.2012 im Amerika-Haus der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Weitere Informationen zum Planungsprozess für das Gelände des Flughafen Tegel finden Sie auf den Seiten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt.

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Bürgerbeteiligung im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens

Beteiligen Sie sich an der Planung zur Nachnutzung des Flughafen Tegel!

- Bebauungsplan 12-50 (Flughafen Tegel, südlicher Teil)
Derzeit findet keine Bürgerbeteiligung statt.

Sobald durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt die nächste Beteiligungsphase durchgeführt wird, werden Sie hier die Möglichkeit haben sich über die Planung zu informieren und Ihre Anregungen einzugeben. Diese werden durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt ausgewertet und bei der Abwägung zum Bebauungsplan berücksichtigt.

Weitere Informationen zu den Bürgerbeteiligungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt erhalten Sie unter:
www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/b-planverfahren/

allgemeine Bürgerbeteiligung (außerhalb des Bebauungsplanverfahrens)

Vorschläge und Ideen zur Nachnutzung des Flughafens Tegel können gern auch direkt an den Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt, Ordnung und Gewerbe, Martin Lambert gerichtet werden.
Kontaktformular

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Schloß Tegel
1766
Das Schloß Tegel - ursprünglich 1558 als Renaissance-Herrenhaus erbaut - geht in den Besitz der Familie von Humboldt über. Im 19. Jahrhundert wurde das Schloß durch Karl Friedrich Schinkel umgestaltet.
Alexander von Humboldt
1769
Alexander von Humboldt, weltberühmter Naturforscher und Mitbegründer der Geografie als empirischer Wissenschaft, wird in Berlin geboren. Die Familie residiert seit 1766 im Schloß Tegel.
Eisenbahnbau bei Borsig
1873
Eisenbahnbau bei Borsig auf einem Gemälde von Paul Friedrich Meyerheim
Uferpromenade in Tegel, 1910
1910
Anlage der Strandpromenade und Bau der ”Sechserbrücke” durch die Gemeinde Tegel
Rathaus Reinickendorf, Detail
1920
Der Bezirk Reinickendorf wurde 1920 aus den ehemaligen Bauerndörfern Reinickendorf, Wittenau, Tegel, Heiligensee, Hermsdorf und Lübars sowie drei Gutsbezirken gebildet.
Bau des Flughafen Tegel
1948
Auf dem Gelände des Flughafens Tegel entsteht während der Luftbrücke innerhalb von 90 Tagen die damals längste Start- und Landebahn Europas - größtenteils mit Muskelkraft.
Berliner Mauer
1961
Der Bau der Berliner Mauer trennt den Bezirk Reinickendorf bis zum Mauerfall 1989 vom Umland und den Nachbarbezirken Pankow und Prenzlauer Berg.
Märkisches Viertel
1964
Bau der Großsiedlung Märkisches Viertel beginnt (bis 1974), heute eigenständiger Ortsteil mit ca. 36.000 Bewohnern, 12 Schulen und Einkaufszentrum. Derzeit aufwändige energetische Sanierung und Modernisierung
Humboldt-Bibliothek, Tegeler Hafen
1984
Anlässlich der internationalen Bauaustellung 1984-1987 wurde der ehemalige Tegeler Industriehafen neu gestaltet. Hier entstanden (post)moderne Wohnquartiere und eine Bibliothek.
Hallen am Borsigturm
1999
Hallen am Borsigturm - in die entkernten ehemaligen Lokomotivbauhallen wird ein Einkaufs- und Freizeitzentrum mit Multiplexkino, Fitnessstudio und Bowling-Bahn integriert.
Greenwich-Promenade, Neugestaltung
2009
Umgestaltung der Greenwichpromenade und Bau des Flusskreuzfahrtterminals 2009/2010
Flughafen Tegel, Planung
2012
Der Flughafen Tegel wird geschlossen. Das riesige Areal wird zu einem Standort innovativer Industrien und Bildungseinrichtungen entwickelt.